land der sprache und der päpste

gestern ging es bei maybrit illner um sprache. geladen waren, neben zwei hauptberuflichen sprachexperten, der geistreiche ulrich kienzle, der grünen-politiker tarek al-wazir und verona pooth. gleich zu beginn, in übelster laune und forderster front, der CDU-mann und der als sprachpapst untertitelte wolf schneider – rechthaberisch, uncool, eingehüllt in restriktives deutschmeistertum saß er da, zusammen mit seinem aufbrausenden mitspieler und sprachgesetz-forderer bosbach von der CDU – fern jeglicher entwicklung.

mir hat es vorallem der als sprachpapst titulierte journalisten-ausbilder schneider angetan [einer der ungelenkigsten journalisten deutscher zunge und louis trencker der berichterstattenden zunft in einem], seine weltsicht wird allen ernstes jungen journalisten als gesetz gepredigt, da wundert es nicht, wenn diese ständig um ihr sozial-prestige buhlen und angst vor der subjektivität der blogger haben, so einen rückschrittlichen schwachsinn wie der verzapft, das geht auf keine kuhhaut.

winter-102

schneiders handbuch über journalismus zb, liest sich wie eine in ewiges eis gemeißelte dreihundertseiten-anleitung zum blumenpflücken und gilt immer noch als standard-lehrbuch für journalisten – ein wiederkäuernder fallbeispiel-fladen, ein muss für tabellenmenschen, für kulturpolitische CDU-politiker in talk-runden, eine bibel für die stets kritischen herren der nachkriegszeit.

wenn ich dann noch höre, wie sich die made im speck über integration und kanaksprach äußert und heute morgen in der zeitung lese, dass alleine die renten für ehemalige mitarbeiter von ARD und ZDF im jahr 577 millionen an gebührengeldern verschlingen, und die GEZ im neuen jahr die gebühren erhöht und päpste wie schneider über randgruppen und deren sprach-codes diskutieren, frage ich mich, wann die jungen medienfuzzis endlich auf die strasse gehen werden um die zubetonierten hochburgen öffentlich rechtlichen hochmuts zu attackieren und sich gegen den korruptionsartigen stil der alten säcke auflehen. wann die öffentlich-griechischen verhälnisse hierzulande platzen werden..

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2 Kommentare

Eingeordnet unter alltägliches

2 Antworten zu “land der sprache und der päpste

  1. Das traurige dabei ist wohl, man muss das gelesen haben und/oder dabei gewesen zu sein. Dann kann man sowieso machen was man will. Entweder Blumen pflücken auf der Wiese, oder Luftschlangen ins Schwimmbad blasen.

  2. ich bin für luftschlangen und wiesen..

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