kommentare sind wie gute bars

ein extrovertierter schweizer blogger wurde anlässlich einer konferenz in einem anonymen kommentar als fett oder dickleibig bezeichnet [was er in der tat gar nicht ist]. das wollte der deutsch-schweizer nicht auf sich sitzen lassen und hat via IP-adresse den kommentator mit richtigem namen öffentlich geoutet. der kommentator befand sich in der probezeit, war im auftrag seines arbeitgebers [einer PR-agentur] vor ort. kurzundgut, nach bekanntwerden seines richtigen namens wurde ihm gekündigt. das wiederrum belastete den schweizer blogger, ein großes pro&contra-outing-kommentar-posting-hin-und-her begann, eine ausufernde blogger-diskussion argumentiert nun seit tagen das für und wider dieser angelegenheit.

wie verhält es sich überhaupt mit kommentaren? ist es ein am tresen stehen und auch was sagen? wichtig oder nicht, meist ist es palaver, manchmal hat es gehalt – kommentare sind wie bars.

-> eine bar ist ein ort an dem alles möglich ist. in dem der brandauer einen kreislaufzusammenbruch simuliert, dir der langjährige freund die freundschaft kündigt, der jahre später einer der führenden synchronsprecher deutscher zunge wird. in der die freundin, die eine hure ist, dich überredet in einer talk-show über dein freier-dasein zu plaudern. in der der bruder der hollywood-schauspielerin bei der berlinale seinen film vorstellt und dich so richtig abschleppt.

in der die freundin der mutter deines sohnes als erste türkische kommisarin karriere macht und der freund dieser freundin als erfolgsloser drehbuchautor rumsteht und irgendwann doch noch zum film kommt, als erster schwuler kommissar im deutschen fernsehen.

marzfotos-091

und hannelore elsner meint dazu: die bar ist ein refugium für menschen nach der arbeit. ein ort zum feiern nach den festen – ein platz, um menschen zu treffen – oder auch leute. wenn sie nicht elegant sind, dann bemühen sie sich um einen eigene note.

sich um eine eigene note bemühen, darum geht es in jedem blog, in jedem kommentar..

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8 Kommentare

Eingeordnet unter alltägliches

8 Antworten zu “kommentare sind wie gute bars

  1. Gegendarstellung: Natürlich bin ich dick. Da beisst, leider, keine Maus den Faden ab.

  2. Ich habe eine andere Definition von Bar. Früher war die Bar ein amikaler Ort, wo man der Barfrau (damals waren Barmänner unmodern) sein Herz ausschüttete. Eine Barfrau ersetzte die Psychocouch, weil sich der Gast einfach alles von der Seele reden konnte. Eine Barfrau wurde von der Gesellschaft schief beäugt von ihren Kunden allerdings geschätzt und als Engel betrachtet. Ganz wenige von dieser Spezies gibt es noch und sie sind leider am Aussterben, weil jetzt Barmänner mit einem starken Cocktailshakerarm gefragt sind. Sie sind derartig beschäftigt alle Modedrinks zusammenzupantschen, dass sie gar keine Zeit mehr für ein Gesoräch haben.
    Die Bar kann aber auch ein Ort sein, ähnlich dem Kaffeehaus, wo man sich zurückziehen kann.
    So, das war einmal ein kleiner Exkurs über das Barwesen.
    Diese Diskussion zeigt die Situation, wie sich viele in Kommentarspalten verhalten. Miese Untergriffe denen es an Sachlichkeit fehlt.
    (Was mich wundert, woher der gute Mann so schnell die IP-Adresse herausfinden konnte. Das gehört diskutiert, denn dies unterliegt eigentlich dem Datenschutz!

  3. Mit IP Adresse wollte ich eigentlich sagen – die dazugehörige Adresse und der volle Namen sind nicht so leicht herauszubekommen.
    (Und dann waren da noch ein paar Fehler im Text. Ich sollte mir wirklich mehr Zeit nehmen. Bei Uwe konnte man Audiokommentare posten, das war nett.)

  4. @entegutallesgut – naja, der text ist ja auch zsammgmixt. fehler im text überseh ich bei den guten immer :))
    @Peter Hogenkamp – hab dich bei der re08 in der kalkscheune gesehen, ein wenig übergewichtig vielleicht..

  5. Danke für die Nachsicht. Mittlerweile habe ich mich auch durch den Beitrag und die Postings durchgelesen.
    Tja, schwierige Sache. Bis dato habe ich IP-Adressen von Trollen nie veröffentlicht – irgendwie war ich damit der Meinung, ich stelle mich mit dem Outing auf das gleiche Niveau.
    Geärgert und gekränkt habe ich mich aber immer, das gebe ich unumwunden zu. Und da ich sowieso so ein Häferl bin, musste ich mich sehr zurückhalten, um nicht laut loszuschimpfen.

    War denn die Diskussion so hitzig? Ich muss jetzt den profil Artikel heraussuchen, wo übrigens ganz gegenteilig behauptet wurde, das Internet macht nicht blöd, sondern unheimlich klug. Dummer Weise sind die Artikel vom profil nicht online und ich kann sie auch nicht online stellen, sonst kommt dann jemand übereifriger und hat mir wegen copyright-Verletzung eine am Deckel. Denn eines muss man schon sagen, ich habe mich fast nicht getraut auf den Blog von Herrn Hogenkamp zu klicken, denn immerhin hinterlasse ich dort auch meine Spuren und wer weiß was dann passiert. Die Geschichte behält leider einen sehr bitteren Beigeschmack der freien Meinungsäußerung und das ist schade. Ob frech, oder nicht, es gilt die Freiheit des Geistes und der eigenen Meinung! Die möge uns bitte keiner nehmen.

  6. hogenkamp hat das bedauert, meinte, er hätte sich nachts in rage geschrieben, da seis passiert. ich seh solche grundsätzlichen sachen eh eher ich-fixiert und nicht so sehr meinungspolitisch. hast vor ein copyright zu verletzen?

  7. Nein, habe ich nicht vor. Im Moment komme ich auch nicht dazu, den Artikel zu suchen. Da ich aber Druckwerke samt Werbeflyer ohnehin erst nach genauer Durchsicht küble (leichte Tendenzen zum Messie in der Hinsicht), kommt es nicht in Verschütt. Vielleicht mache ich einmal eine Zusammenfassung wenn der Anlass passt.
    H. hat sich also in Rage geschrieben. Was für ein Glück, ich hätte ihm nämlich vorgeschlagen, bevor er so etwas macht, mit dem Verursacher in Kontakt zu treten. Vermutlich hätte er ihm in diesem Fall eine ordentliche geschmiert.
    Schön versöhnlich fände ich, wenn H. mit dem Bösewicht eine gemeinsame Konferenz macht, ob bloggen ein Dickmacher ist und wie sich die vermehrte Netzpräsenz der Bevölkerung auf die Packungsgrößen von Chips auswirkt.

  8. h. hilft dem gekündigten, einen job zu finden, schreibt er jedenfalls. eine heilende watschn tät dem h. aber sicher nicht schaden, tät seinem post-studentischen [ jedenfalls mein eindruck] ich-weiß-drang ein wenig regulieren.
    wenns ums fett geht, ziehe ich schweinsbraten jeder packungsgröße vor..

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