Monatsarchiv: November 2008

wie man sich in mitte einen auftrag angelt

seltsam: gerade schaue ich mich ein wenig bei XING um, ein gedanke geht mir durch den kopf, ich gehe auf das profil eines kontaktes eines kontaktes, dieser betreibt eine werbeagentur, ich klicke den link und finde den eben gedachten gedanken unter der rubrik: gescheiterte versuche – wow, denk ich, vom eigenen motto geküsst, das ist es, das ist das tao der physik!

eine agentur für gescheiterte projekte gründen, einen klick entfernt vom ich, vom mir, das distanzierte des letzten jahres reaktivieren, es ein wenig umformulieren, frisch bepinseln und anbieten, notfalls bei twitter, da tummeln sich doch immer alle. ohnehin ist es lustig, wie lange manche brauchen sich als early adopters selbst zu entdecken und sich zu profilieren. haben sie dann aber etwas entdeckt, schreien sies in die ganze welt hinaus, dass es selbst der kerner in seinem studio noch hört.

die idee des unentgeltlichen ideengebens ist schön. bei einem kleinen plausch im coffeeshop erwähnst du was gescheitertes und eh du dich versiehst, laufen vier wochen später die ersten opinions mit deinem projekt aufm kopp durch mittes mitte.

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[rückblende in den monat davor] nebenan am tresen steht ein etwas zu stark parfümierter werbefuzzi und lächelt mich verschwörerisch an, er legt mir wortlos seine karte hin und verläßt das lokal. ich hole mein handy raus, rufe ihn an, er kommt zurück – reicht mir die hand und sagt: ich habe das gespräch gerade eben mitverfolgt, ich hätte da einen lukrativen auftrag für sie. ich: ohh, das kommt mir gerade recht..

der auftrag war ein fake, der typ wollte ein ungenau definiertes direct-mailing für lau [na vielen danke auch], an sowas bin ich nicht interessiert, ich bin doch kein söldner. typen wie er sitzen nicht nur im fernsehen rum und stellen blöde fragen, jetzt quatschen sie mich sogar schon in meinem kiez an. ich bin sicher, das tao wollte mich prüfen..

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warum mir mein astrologischer tagesrückblick am herzen liegt und eigentlich keiner erklärung bedarf

seit mitte oktober poste ich täglich meinen horoskopischen tagesrückblick auf http://tageshoroskop.blogger.de – erstaunlich viele besucher besuchen mein blog, verkünde ich mein posting doch allmorgendlich auf twitter und es scheint, es gibt es in der blogosphäre [m/ein lieblingswort] eine kleine seneca-gemeinde [per aspera ad astra].

was bezwecke ich eigentlich damit? der wirkliche grund: es gehört zum morgenritual, nach der meditation wartet der tagesrückblick, es fördert den gedanken das ich abzuschaffen, mein ich, ich möchte in den allgemeinen modus der lebensbetrachtung und lebensführung vordringen, weil ich ich nicht mehr lesen kann. in jedem kleinen text springen mir ichs ins gesicht, jeder zweite satz beginnt mit ich. und, wie war ich?

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es stimmt, das ist nicht die wahrheit, ist nur ein kleiner ausflug, dem apspera ad astra geschuldet. der tagesrückblick, ein ungeschönte rückschau auf mein tun [und nichttun], die stenografische revue des vergangenen tages, so kann ich sehen, ob etwas weggenommen oder hinzugefügt wurde.

und die frage: wie war ich gestern? -> sie ist einfach zu schön, ist der wahre grund für den rückblick, ihretwegen mache ich das. in zehn jahren wird sich einiges an rückschau angesammelt haben, die sterne über meinem zelt werden sich wölben, mein leben wird eine wende nehmen und das projekt tagesrückblick sein ende finden. ja, so wird es sein – per aspera ad astra.

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wie man dem gekündigten community-mitglied die welt erklärt

auf qype wurde ein user gelöscht, einer, der schon länger dabei ist und am tag danach von manchen seiner freunde als mahner stilisiert wird.

was aber führte zu seinem rausschmiss? -> nun, der user tat sich durch andauerndes nörgeln hervor, kritisierte nicht nur sämtliche neuerungen der plattform als unsinnig, das taten viele und ist anscheinend auch so gewollt – von kritik profitiert schließlich das portal, sagen die portalbetreiber. bei dem gekündigten war es nicht kritik, es war etwas anderes, es ging ihm nicht um die verbesserung des anbieters, es ging um das anrennen gegen ein system. der in der DDR sozialisierte zeigte eine an dummheit krenzende [egon krenz] verstiegenheit, da konnte man nur staunen. seine klassenkämpferischen verbalien [20 jahre nach mauerfall] und die verteidigung seines vaterlandes [seines prägungsmusters] waren ihm wichtiger, als jede community und erst recht jeder betreiber einer solchen. ihm ging es um propaganda, nicht um annäherung.

er attackierte generell, alles, jegliche veränderung [insbesondere die kommerzielle ausdehnung] – und um seinem frust gehör zu verleihen, ging er auf die persönlichkeitsschiene und schoss sich auf den community manager ein, und zwar ziemlich pittbullmäßig.

tja, und letzte woche lief das fass über — zahlreiche, defensiv formulierte warnungen wurden über wochen hin ausgeprochen und je umgänglicher [versöhnlicher] der ton wurde, umso deutlicher [und zunehmend beleidigender] wurden die angriffe auf den gutmütigen cm. kurzum, letzte woche wurde reagiert — und der pittbull gelöscht.

bunker-025

wie aber soll es jetzt für den gelöschten user weitergehen? – nun, er könnte es als unterstützenden impuls sehen sein psychologisches konzept zu überdenken, könnte sich besinnen und der ursache auf den grund gehen, er könnte sich fragen, warum er dem portal kommunikative und technische mängel vorwarf, obwohl er selbst in seiner aufdringlichen kritik keine einzige veränderungsidee vorbrachte, dabei getreu seinem vorwurf agierte, entbesserung betrieb?

die empfehlung, die angelegenheit von einer anderen perspektive zu betrachten und sich seinem ursprungsszenario zu stellen, sei ihm hiermit angeraten – wenn er klug ist, nimmt er den rausschmiss als chance und lernt was daraus..

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wie man mit einem weblog geld verdient

ja, wie? das wüßte ich auch gerne.

das thema geldverdienen mit blogs und die perspektiven führender blogger, diese frage erhöht auch heute noch geringfügig die aufmerksamkeit, sie wird auf jedem panel gestellt und führt immer in die unkreative auflistung von click-relevantz, alpha/beta-ranking, ansehen des betreibers usw.. sind denn die innereien der faktenkuh in der welt virtueller überprüfbarkeit tatsächlich ein garant, potentielle anzeigenkunden von der wirksamkeit ihrer investition zu überzeugen? geht es überhaupt darum und ist image wirklich ein image-träger, kauft man sich einen AUDI, weil er cool kommuniziert wird, oder einen OPEL, weil die kampagne 2008 behauptet, 2009 das auto des jahres zu sein?

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kann zb ein kleiner blog der pro tag 1000 besucher hat, eine bessere investition sein als ein von 50000 visits besuchter? (( klammer auf: autokonzerne etwa sollten einen erheblichen teil ihrer werbgelder in blogs investieren, ebenfalls die nahrungsmittelindustrie, die turnschuhindustrie, die erfrischungsgetränkeindustrie und die tageszeitungsindustrie. klammer zu ))

angenommen, ein blogger könnte sich mit einem täglichen blog-post den gegenwert [sagenwirmal] eines scheibenwischerpaares verdienen, wäre das nicht eine wünschenswerte entwicklung?

wie das im detail aussehen könnte, darüber werde ich mir weiterhin gedanken machen und vielleicht kommt sie eines tages, die zündende idee..

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wie man es sich mit der community verscherzt und gleichzeitig an machiavelli denkt

bestimmte leute gegen sich aufzubringen ist nicht schwer, man muss im grunde nur seine meinung äußern, diese stichhaltig argumentieren, sich nicht in den persönlichen nahkampf begeben und schon ist man für 2/3 der beziehungsgeschädigten ein user mit sieben sigeln. ignoriert man beleidigungen und grenzüberschreitende ankumpelung, ruft das erst recht neider auf den plan, mit verunglimpfenden worten versuchen sich die angreifer in den emotionalen schmerzkörper zu bohren, mit hergeholten schemen wird das feuer der gemeinheit geschürt – zeigst du jetzt schwäche, fallen sie über dich her und beißen dich nieder.

setzt du dich jedoch klug zur wehr und bleibst bei deinem ansinnnen der sache willen zu diskutieren [selbst wenn es persönlich wird und um persönliches geht], ziehen sich die ersten grossmäuler zurück und verkriechen sich auf ihre decken.

extra-023

meist taucht noch ein nachzügler auf, versucht mit einem blasebalg voller m/oral-justiziabler genauigkeit die glut anzufachen und ja, ihm gilt es jetzt auch noch ein stück vom kuchen abzugeben, du fütterst ihn ein wenig, blendest ihn mit seiner eigenen eloquenz und mit einem freundlichen anakoluth biegst du in die zielkurve, wünscht einen schönen abend und bist aus der sache raus.

dass es innerhalb der community auch freunde und verehrer gibt, freut dich natürlich.

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wie sich der kerner den kahn erzieht

gestern beim länderspiel im ZDF moderierten und co-moderierten k & k durch das freundschaftsspiel deutschland – england. kahn seriös, mit zurückgenommener stimme, in graupailettiertes tuch gehüllt, der insider mit dem blick für interna, als torwart gefürchtet, als moderator geduzt, nach jedem zweiten satz von kerners hand berührt, angehimmelt und eingeschmeichelt. und kahn lernt schnell, findet nach dem seitenwechsel die antworten seiner ehmaligen kollegen auf die blöden fragen der blöden reporter nunmehr einsilbig – na da schau her. würde mich nicht wundern, wenn kahn den kerner irgendwann beerbt und sich zwischen die pfosten des öffentlichen und des rechtlichen stellt.

moderatoren sollten moderieren, nicht witzig sein und erst recht nicht moralischen bürgerjournalismus betreiben, kerner geht mir wirklich aufn keks, seit seiner kochshow ist der wandel vom bubi zum moralisierenden frontschwein auffällig, sein doradiger kumpel-style, dieses bestätigung suchen, so geben sich versicherungstypen in autobahnraststätten: laut, überbewertet und vollgestopft mit aufbaupräperaten.

draxelrad-0261

ich weiß auch nicht, was kümmert mich eigentlich kerner? es ist meine moral, die sich sträubt, ich will typen wie ihm einfach nicht begegnen, weder im coffeeshop noch in der glotze, er repräsentiert gemeinheit, niedertracht und grossspurigkeit – er könnte gut den kärntner landeshauptmann beerben, im gailtal wäre er gut aufgehoben, die leute würden ihn lieben..

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fünf gastroreferentielle fragen an meine muttersteyr münichholz

-> Angenommen, du wärst Restaurantbesitzer, in welcher Stadt wäre das und wie würde dein Lokal aussehen?

Mutter: In Steyr, gemütlich, österreichisch

-> Du eröffnest nächstes Jahr eine Bar auf Palm Islands in Dubai. Wie wird sie heißen?

Mutter: Kummts ollä eina

steyr08-009

-> Wie reagierst du als Restaurantleiter auf eine unsittlichen Antrag eines männlichen Hollywoodstars?

Mutter: Schau dasd weida kummst

-> Seine Heiligkeit der Dalai Lama kommt heute Abend mit Peter Sloterdijk zum Essen. Was kochst du?

Mutter: Einbrennsupe

-> Wenn du auf der Straße leben würdest, wie würde dein Tag aussehen?

Mutter: Hoffnungslos, nicht so schön. Betteln gehen.

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