mitten in mitte

wie man das news-portal zoomer hätte aufziehen können

02/10/2009 · 2 Kommentare

zoomer wird eingestellt, keiner geht mehr hin, die stets gerne prognostizierten erfolge entpuppten sich letzthin als zusammengekaufte schaumkrone. die gerne verbreiteten erfolgszahlen wurden ohnehin schon früh belächelt, das geschick des managers war kein großes, optik und wehleidiges PR-gedöns taten ihr übriges.

wie aber konnte es so weit kommen? der vergleich mit einem berühmten sternekoch bietet sich an. zoomer kauft sich den emeritierten tagessthemen-guru wickert ein, erhoft sich durch seine anwesenheit aufmerksamkeit und muss bereits nach wenigen monaten feststellen, dass sich das web 2.0 nicht dafür interessiert. aber warum nicht?

view-auf-immendorf-skulptur

dabei hätte die investition aufgehen können, der promi hätte jeden tag am herd stehen müssen, gargehalt und saucenkonsistenz überprüfen, präsenz zeigen, nach der arbeit noch am tresen sitzen, den laden mit netten anekdoten unterhalten, das hätte dem portal ansehen verlieren, alle wären gekommen, hätten dem gutmütigen onkel zugehört und sich über dessen mitteilungsreichtum gefreut, hätten ihm respekt gezollt.

wickert hätte im tagesgeschäft an vorderster stelle stehen müssen, kommentieren und auf kommentare eingehen, das hätte zu erfolg geführt.

einen sternekoch einstellen und ihn nicht kochen lassen ist nicht nur betriebswirtschaftlicher unsinn, kein gastronom der welt würde in so eine weltfremde idee investieren. und dass der geschäftsführer sein versagen nicht zugestehen kann, spricht für seine qualität als wirt. werbetrommeleien und hohe personalkosten machen noch lange kein gutes lokal.

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2 Antworten bis hierher ↓

  • Chris K. // 02/10/2009 um 1:24

    Sicher wäre zoomer mit einem omnipräsenten Wickert erfolgreicher gewesen, ob er aber der Kracher bei der anvisierten, jugendlichen Zielgruppe gewesen wäre, da bin ich mir nicht sicher.
    Was mich bei zoomer viel mehr überrascht hat, war der Dillettantismus und die Lieblosigkeit, mit der das möglichst billig runtergerotzt wurde. Dieses Model, was ohne Unterstützung von Textern oder Regie die Bundesliga kommentieren musste… die unsäglichen „Spaß“-Kolumnen dieser Elsa Seefahrt… der grottendämliche Produkttester, der auf seinem Internetradio „Radio Free Birma“ einstellte und nicht wusste, was das war…
    Das war allerbestensfalls „Offener Kanal“, kein Wunder, dass das niemand interessiert hat.

  • lokalreporter // 02/10/2009 um 1:45

    die anvisierten jugendlichen mit wickert ködern ist eh paradox, wobei mir vorkommt, dass das zielgruppen-argument erst im nachhinein eingefügt wurde, als alibi für das scheitern.
    zoomer also nicht nur geografisch in FAB-nähe..

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