anregendes gespräch heute morgen mit dem betreiber des monsieur vuong bei steffen im buscaglione. es ging um internetbewertungen, was für mist über sein lokal im netz steht [dass er es nicht mehr lesen würde] und, ob man bewertungsportale überhaupt lesen sollte, oder sie lediglich als hilfestellung bei auslandsaufenthalten zu rate ziehen.
nun, die bekanntheit des ladens lockt natürlich immer auch bloggende psychopathen an, leute, die sich nicht zu benehmen wissen, die sich hervor tun wollen, keinen platz bekommen oder erst gar nicht drinnen waren. sie schreiben ihren schwachsinn ins internet, geben sich idiotische namen, schreiben dummes zeug – tja, so ist es halt, das web.
im grunde aber ist es eine auszeichnung: wirst du erstmal öffentlich gelobt und geduzt, können dich meinungen nicht mehr beleidigen – du erinnerst dich an max goldtens schwer erziehbaren onkel aus der schweiz und stehst einfürallemal über allem und jeden.
und überhaupt, den rang eines place to be kann man an der vielzahl bescheuerter beiträge messen – monsieur vuong wird alleine auf europas größtem branchenportal qype an die 50x bewertet. erfolgreiche gastronomie scheint dem polaritätsgesetz des ying/yang zu unterliegen. besser kann werbung nicht funktionieren..



6 Antworten bis hierher ↓
pjebsen // 11/14/2008 um 2:31
Wenn die Leute gar nicht in dem Laden waren und das deutlich wird, löscht Qype solche Beiträge (vorausgesetzt, sie werden informiert).
Bei Qype gibt es auch eine offizielle Rangliste, für die die Beiträge regelmäßiger Qyper stärker gewichtet werden als die Kommentare möglicher „Sockenpuppen“. In dieser Liste steht Monsieur Vuong derzeit auf Platz 2 – richtig viel Grund zur Klage dürfte der Betreiber bei Qype also nicht haben.
lokalreporter // 11/14/2008 um 3:13
stimmt, er sieht es eh gelassen. bühnenstars lesen meist auch nur die guten kritiken..;-)
entegutallesgut // 11/19/2008 um 8:49
Eines meiner Lieblingsthemen ist wohl Qype. Wer sich fast ausschließlich mit Wiener Lokalen befasst, weil ich davon einfach ein bisschen was weiß, ist sich auch bewusst, wie wirklich Qype funktioniert.
Lese ich bei einem Wiener Lokalbericht, sehe ich an der rechten Seite diese Einschaltungen, wer über Wien schreibt und das Kompetenz suggerieren soll (komischer Weise wird bei dieser ?automatisch generierten? Auswahl nicht einmal auf die Anzahl der Beiträge geachtet, dann frage ich mich doch allen Ernstes, ob Q. überhaupt noch ein Ansinnen und Interesse daran hat, ein gutes Branchenportal zu sein.
Mittlerweile ist Q. in luftigen Höhen unterwegs, wo wahllose Klicks mehr wert sind, als gezielte Recherche.
Wie will jemand beurteilen können, ob derjenige in dem Lokal wirklich war, wenn er darüber zwei allgemeine Sätze schreibt, die er irgendwo herausgelesen hat und umformuliert. Natürlich denke ich mir dabei, der war gar nicht dort, aber ich kann es nicht ausschließen, er war vielleicht doch dort und fast sich eben kurz. Somit würde ich auch nicht aufzeigen, dieser Beitrag gehöre gelöscht.
Auch ist mir nicht ganz schlüssig, warum ich einerseits Bewertungen abgeben soll und andererseits lechzend nach Community suchend mit irgendwo treffen soll. Ich finde die von Q. initiierten monatlichen Treffen so eigenartig. Schau doch einmal in Wien. Da treffen sich Leute, die kurz vorher zwei Bewertungen niedergeschrieben haben und nie mehr wieder etwas schreiben. Die werden irgendwie zusammengetrommel, das wird dann als aktive C. präsentiert und dann pfff ist die Luft wieder heraussen. Das ist doch aufg’legt, oder?
Wie gesagt, ich kann nur jene Leute beurteilen, die über Orte schreiben, die ich selbst auch kenne.
(Wieso überlege ich mir eigentlich dauernd, was in dem Haufen dort los ist?)
lokalreporter // 11/19/2008 um 9:13
deine frage hab ich mir auch gestellt, ich glaub es ist der status und die aufmerksamkeit der mitqyper, die einem was bedeutet. qype setzt auf autoren und feedback, das ist der USP, aber es geht natürlich darum, vom großen anzeigenkuchen ein großes stück abzubekommen. der communitygedanke suggeriert soziale verbundenheit, vielleicht ist es genau diese idee, die dich [und mich] anrührt und nachdenklich macht?
entegutallesgut // 11/19/2008 um 6:52
Der Community Gedanke soll die Leute beinander halten, damit sie nicht irgendwann einmal angspeist abspringen.
Da hört man doch immer wieder, wie nett der X und der Y sind und deswegen will man das Portal nicht verlassen. Und dabei ärgert man sich grün und blau und könnt es wo anders so leiwand haben.
Du, deine Mama Grete ist cool drauf!
lokalreporter // 11/19/2008 um 7:09
mir gehen einige der nichtssagenden dauernörgler schon ziemlich aufn keks. halten tun mich meine liebgewonnenen [sind einige schöne kontakte darunter]. na und du hattest halt den kassandrischen blick und dich rechtzeitig vom acker gemacht – außerdem mag ich deinen stil und deinen blog und ja,
meine mutter hat eine lustige seite..